Warum Du Dich in Beziehungen manchmal selbst verlierst
Shownotes
In dieser Folge erfährst du, warum wir uns in Beziehungen manchmal so sehr anpassen, dass wir uns selbst kaum noch spüren - und weshalb das nichts mit Liebe, sondern mit alten Schutzmustern zu tun hat. Du erkennst, in welchen kleinen Alltagssituationen Verschmelzung beginnt und wie du Schritt für Schritt wieder mehr bei dir ankommst. Diese Episode zeigt dir, wie echte Nähe entsteht, wenn du dich nicht verlierst, sondern dich mutig als du selbst einbringst.Transkript anzeigen
00:00:08: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts Glücklich, Lieben und Leben.
00:00:14: Mein Name ist Stephanie und heute möchte ich darüber sprechen warum wir uns in Beziehungen manchmal so sehr mit dem Partner oder der Partnerin vermengen dass wir uns selbst kaum noch erkennen und warum diese Art es verschmelzens nicht romantisch ist und kein Zeichen von Liebe, sondern ein altes Schutzmuster das uns auf Dauer eher schwächt.
00:00:40: Und bevor ich das näher ausführe möchte ich sagen dass dieses Verschmelzen in einer Beziehung so normal für uns geworden ist, dass wir es gar nicht bemerken, dass das eher keine gute Verhaltensweise.
00:00:57: So normal deswegen, weil uns Werbung und auch Hollywoodfilme suggerieren dass Liebe genauso aussehen muss.
00:01:07: Dass wir immer mit dem Partner zusammen sein müssen das wir immer etwas zusammen unternehmen müssen Das die höchste Form der Anerkennung unserer Beziehungen ist.
00:01:16: wenn andere sagen Ein Kopf ein Arsch Ich entschuldige mich für den Kraftausdruck oder dass ihr nicht voneinander zu trennen seid und das ihr überall zusammen hingeht.
00:01:30: Das mag sich wie ein Kompliment anhören, ist vielleicht auch so gemeint weil diejenige Person, die sowas sagt, dass selbst für sie wünschen würde.
00:01:39: aber was wäre wenn ich dir sagen würde, dass genau dieses Verhalten ungesund für eure Beziehung ist?
00:01:48: Du wirst vermutlich im Verlauf dieser Podcast-Folge einige Beispiele hören, die dir aufzeigen wie du selbst mit deinem Partner aber vielleicht auch mit Familienmitgliedern, Freunden oder Kollegen verschmilzt.
00:02:03: Und ich möchte dass du weißt wie selbstverständlich wir das vor allem in einer Beziehung als gesund als gesunde Liebe interpretieren.
00:02:14: Mit dir ist daher alles in Ordnung, ich möchte dich nicht anklagen!
00:02:18: Ich möchte nur aufzeigen!
00:02:28: Gängigste Form einer solchen Verschmelzung ist, wenn wir immer wieder einen Check-in machen.
00:02:34: Wenn wir unsicher sind und wenn wir uns beim Partner immer wieder ängstlich oder unsicher rückversichern wollen, ob noch alles okay ist.
00:02:44: Dass die Stimmung des anderen Auswirkungen darauf hat wie wir uns fühlen Und dass wir unruhig werden oder ängzlich, wenn der andere sich distanziert oder ärgerlich wird.
00:02:54: Und wenn wir Angst haben etwas falsch zu machen.
00:02:58: Das ist die ängstliche Form der Verschmelzung.
00:03:02: Aber leider, leider ist es auch zugängig dass Partner miteinander strukturell verschmelzen.
00:03:10: was meine ich damit?
00:03:12: Man geht nicht mehr seinen Hobbys nach man lässt sukzessive Freundschaften einschlafen Man richtet seine Freizeit, seine Wochenenden völlig nach dem Partner aus.
00:03:24: Je nachdem wie er gerade Zeit hat.
00:03:26: wir lassen alles stehen und liegen wenn der Partner sich bei uns meldet und etwas mit uns unternehmen müssen.
00:03:32: Wir passen unseren eigenen Lebensrhythmus an den anderen an Und wir treffen auch nur noch Entscheidungen als wir Obwohl das eigentlich natürlich gut ist, dass man Entscheidungen nicht egoistisch und nur ganz allein trifft.
00:03:46: Vor allen Dingen wenn sie die Beziehung betreffen oder Dinge betreffend die möglicherweise Auswirkungen auf die Beziehen hat so gibt es doch auch einen eher ungesunden Level davon weil wir gelernt haben nur sicher ist, wenn wir uns an den anderen anpassen.
00:04:06: Aber dadurch verlieren wir halt auch unsere eigene Authentizität.
00:04:12: und was das für Auswirkungen in der Beziehung hat, das werde ich noch ausführen.
00:04:18: Was ich auch häufiger in meiner Praxis wahrnehme – das ist eine funktionale Verschmelzung der Gestalt -, dass die Rollenbilder, die wir immer noch in unserem Patriarchat pflegen als unsere Identität gelebt wird und wir gar nicht mehr richtig wie selbst sind, sondern nur noch zum Beispiel für die Beziehungen Leistung erbringen oder für die Partnerinnen der Versorger sind.
00:04:45: Also kurz und gut dass wir eher eine Rolle erfüllen statt einer Person zu sein Und das kann sich aber auch in der Familie zeigen diese Rollenübernahme Dass du diejenige bist die immer alles organisiert Obwohl du zum Beispiel erschöpft bist und gar nicht möchtest, aber du hast diese Rolle inne.
00:05:07: Oder der Friedensstifter in einer Freundschaft Aber auch dass du immer verfügbar sein musst oder das Gefühl hast verfügba sein zu müssen In eine Freundschaft.
00:05:19: Und natürlich zeigt sich das auch in Zum Beispiel auf der Arbeit in der Teamarbeit wenn wir Aufgaben übernehmen die eigentlich Nicht unsere sind nur um die Harmonie zu halten.
00:05:31: Also Verschmelzung hat zwei Aspekte.
00:05:36: Einerseits die Angst, jemanden von dem Kopf zu stoßen oder denjenigen zu verlieren oder irgendwelche anderen Konsequenzen zu erleben.
00:05:45: Sondern es ist jede Form von.
00:05:48: Ich richte mich so sehr nach dir dass ich mich eigentlich selbst nicht mehr spüre.
00:05:54: also Verschmeltung zeigt sich immer dann oder beginnt immer dann wenn wir uns selbst vernachlässigen und sich unser Fokus auf die Bedürfnisse des Systems um uns herumrichtet, wie zum Beispiel ein Familiensystem oder einen Kollegen-System.
00:06:13: Oder eben auch die Bedörfnisse das Partners wenn wir schneller ja sagen als wir eigentlich überhaupt in uns hineinspüren können ob wir das überhaupt wollen und auch darüber nach grübeln ob wir, wenn wir nein sagen noch gut genug für den anderen sind und immer noch wertvoll und immer gebraucht werden.
00:06:39: Und wie ich schon gesagt habe ist Verschmelzung nicht gesund.
00:06:43: Verschmälzung ist keine gesunde Nähe denn gesunde nähe lässt Raum!
00:06:50: Du kannst du selbst sein der andere kann er selbst sein.
00:06:54: unter Zwischen gibt es eine Verbindung zwischen euch.
00:06:58: Jedoch bei einer Verschmelzung ist es eher so, als würdest du einen Schritt zurücktreten und sagen okay der andere oder das wir isst die Hauptsache.
00:07:10: Und ich komm später dran!
00:07:12: Oder ich komme gar nicht dran.
00:07:14: Du gefällst dir in der Rolle dich selbst aufzuopfern vielleicht schlimmsten Fall sogar an.
00:07:19: Und dieses Ich komm später daran... Das kommt dann halt selten.
00:07:25: Und ich habe ja gesagt, von außen sieht das vielleicht ganz toll aus.
00:07:29: Ganz harmonisch, ganz eng und es ist ja auch verbunden mit... Kompromissbereitschaft, aber was ich meine ist nicht zusammen einen Kompromiß zu finden.
00:07:41: Ich als Individuum und der andere als Individuum mit den eigenen Bedürfnissen und mit den eigenen Hobbys und mit dem eigenen Freundeskreis die irgendwie zusammenzubringen und mit Kompromissen ein gemeinsames Leben aufzubauen.
00:07:55: Das muss weiterhin passieren auf jeden Fall.
00:07:58: Aber der Unterschied ist, dass bei einem Kompromiss du innerlich irgendwie noch da bist.
00:08:06: Du spürst dich?
00:08:07: Du erruierst das nach deinen Bedürfnissen, nach deinem Bauchgefühl, nach deinen Wünschen und triffst dann eine Entscheidung aber bei einer Verschmelzung bist du schon einen Schritt weg von dir selbst.
00:08:22: Psychologisch passiert da eine ganze Menge, denn unser Nervensystem ist nicht neutral.
00:08:29: Es trägt Erfahrung mit sich die wir in unserer Kindheit oder in früheren Beziehungen gesammelt haben.
00:08:38: und gerade als kind haben wir gelernt ich bin sicher wenn ich mich anpasse.
00:08:44: Wenn ich auf meine Eltern höre, wenn die mir was zu mir sagen dann bin ich sicher!
00:08:49: Dann krieg' ich nicht geschimpft und dann geben hier meine Eltern Nähe- und Umarmungen.
00:08:54: hoffentlich... gibt natürlich auch andere Beispiele aber ich glaube du weißt was ich damit sagen will?
00:09:00: ...dann wird mit dieser Erfahrung dass Du nur sicher bist wenn Du Dich anpasst Deinen System ein Muster ausbilden Sobald in irgendeiner Art und Weise in deinem erwachsenen Leben Nähe zustande kommt.
00:09:16: Du merkst das sogar körperlich, wenn da ein Miss-Match stattfindet.
00:09:21: Es fällt uns schwer unsere eigenen Wünsche zu adressieren Einmal Nein zu sagen oder zu sagen, ich sehe das aber ganz anders und ich hätte das ganz anders.
00:09:32: Weil unser Nervensystem eben versucht diesen Missmatch von unserem Glaubenssatz dass wir nur sicher sind wenn wir uns anpassen damit übereinanderzulegen dass wir jetzt plötzlich eine eigene Meinung dazu haben Und dann versucht es uns und unsere Gefühle zu regulieren.
00:09:50: Dann fallen wir ganz schnell wieder in die Anpassung, in das Glätten von Emotionen, in dass Mitgehen vom Wünschen des anderen um eben diese Nervosität weil wir gegen unseren Glaubenssatz handeln zu beruhigen.
00:10:05: Glauben Sätze die auch lauten können ich bin leichter zu mögen wenn ich unkompliziert bin oder Wenn ich zu viel Raum einnehme, werde ich anstrengend oder auch Ich muss mich kümmern.
00:10:21: Sonst verliere ich den anderen.
00:10:24: und das sind nicht einfach nur irgendwelche random Gedanken sondern es sind kleine innere Regeln nach denen wir uns alle ausrichten und uns meist noch nicht mal darüber bewusst sind.
00:10:39: Und natürlich greifen sie besonders stark wenn uns jemand wichtig ist Dann wird aus einem, ich könnte vielleicht ganz schnell ein Muss.
00:10:49: Dann hast du nicht mehr die Wahl eine Option für den anderen da zu sein oder seine Wünsche zu erfüllen sondern dann wird das ein MUS die Wünschen und Bedürfnisse des Anderen zu erfühlen.
00:11:02: Unsere heutigen Lebensbedingungen verstärken das Ganze noch.
00:11:05: Durch Social Media Und natürlich durch Film und Fernsehen sehen wir permanent wie andere ihre Beziehungen inszenieren.
00:11:16: Wir bekommen mit wer wem schreibt, wer online ist, wer antwortet, wer nicht antworten und das vermittelt eine Art Daueranspannung im Hintergrund und unterbewusst.
00:11:29: aber viele Menschen haben das Gefühl sie müssten in irgendeiner Art und Weise dran bleiben sich engagieren sich zeigen Check-ins machen, weil sie sonst potenziell irgendetwas verlieren.
00:11:45: Und dadurch dass wir so verfügbar sind durch diese ganzen Social Medias, soziale Netzwerke, Messengers WhatsApp Diese Verfügbarkeit führt aber dazu, dass wir uns noch mehr auf andere ausrichten.
00:12:03: Noch weniger bei uns selbst sind!
00:12:05: Vor allen Dingen auch deswegen weil wir kaum Zeit haben innen zu halten.
00:12:09: das Leben ist so schnell geworden.
00:12:10: Wir haben tagtäglich Millionen von Eindrücken.
00:12:14: es gibt gar keine Ruhe Pause mehr.
00:12:15: wir sind ständig mit unserer Aufmerksamkeit im außen und wir spüren uns selbst gar nicht und dementsprechend fühlen und spülen und merken wir gar nichts was brauchen, wer wir selbst sind was wir selbst gerne hätten.
00:12:29: Unsere Aufmerksamkeit ist so oft das Außen gerichtet dass es auch sehr darauf ausgerichtet ist was andere brauchen.
00:12:36: und zu antworten wir sofort auch wenn wir vielleicht keine Zeit oder keine Lust haben weil wir Angst haben dass der andere dann enttäuscht oder böse ist.
00:12:45: und wir passen unseren eigenen Lebensrhythmus an anderen an und sind ständig irgendwie auf Empfang geschaltet.
00:12:53: Und unser eigener innerer Kanal, den hören wir meistens gar nicht.
00:12:58: Wie schon gesagt das wird uns ja auch durch Filme so vermittelt aber es ist auch gesellschaftlich und kulturell so in uns eingeimpft.
00:13:07: Uns wird seit Jahrzehnten vermitteln dass eine richtige Beziehung zwei Menschen beinhaltet die zu einer Einheit verschmelzen.
00:13:16: Das wird in Filmen vermittelt, das wird in Liedern vermittellt.
00:13:20: Überall taucht die Idee auf dass man ohne den anderen nicht vollständig ist.
00:13:25: Dass man sich findet und dann eins wird!
00:13:28: Wenn du mit solchen Bildern groß wirst es logisch... ...dass du Verschmelzungen mit Liebe verwechselst.
00:13:34: Wir argumentieren ja, wenn wir so sehr uns auf den Anderen ausrichten dann zeigt das doch wie wichtig uns die Person ist Und wir sind verwirkt.
00:13:45: Wir leiden, wenn diese Ausrichtung auf den Partner dann irgendwie stellenweise einseitig ist.
00:13:55: Oder wir das Gefühl haben dass wir überhaupt nicht gehört oder gesehen werden in der Beziehung und unsere Wünsche und unsere Bedürfnisse gar nicht wahrgenommen werden Und dass wir vielleicht traurig darüber sind und denken unser Partner oder unsere Partnerin würde uns nicht lieben, weil sie sich nicht genauso investiert in die Beziehung wie wir.
00:14:14: Nicht genau so sich aufopfert!
00:14:17: Sondern oh Gott bewahre den Freunden den Vorzug gibt!
00:14:21: Na ja natürlich sollst du als Partner nicht deinen Freunden dem vorzugeben aber es ist gesund noch eigene Freundschaften zu pflegen.
00:14:29: Ich ermutige sogar Paare dazu alleine in den Urlaub zu fahren Und ich wette, einige von euch werden jetzt zusammenzucken und sich denken ja dann brauche ich auch gar nicht eine Beziehung gehen wenn ich dann alleine Urlaub mache.
00:14:41: Doch!
00:14:42: Geh in die Beziehungen.
00:14:43: sei deine eigenständige Persönlichkeit aber tu halt auch Dinge allein... ...und ich erkläre dir jetzt ganz kurz warum ich das für so gesund halte.
00:14:54: Wenn du deine eigene Identität damit stärkst, dass du deinen eigenen Interessen nachgehst noch deine eigenen Freundschaften pflegst selbst alleine in Urlaub fährst mit deiner Freundin oder einer Reisegruppe dann stärkste deine eigene identität.
00:15:12: Und das ist wichtig dafür, dass wir innere Stabilität spüren und uns nicht selbst verlieren.
00:15:20: Weißt du im Kern wer du eigentlich bist, was deine Werte sind?
00:15:23: Deine Ziele im Leben.
00:15:25: Kannst Du in jeder Sekunde genau sagen, was Du willst und wer Du bist und wohin Du Dich entwickeln willst?
00:15:32: Wenn Du das nicht kannst dann bist Du noch sehr stark im Außen und hast keine eigene ausgeprägte Identität.
00:15:39: Deine Identität besteht... nur daraus, es anderen Leuten recht zu machen.
00:15:44: Und wie wir wissen können wir es nicht jedem Recht machen weil jeder andere Präferenzen und Vorstellungen hat.
00:15:51: Außerdem wird zum Beispiel bei alleine reisen ist es auch wichtig dass man mal aus seinen Beziehungsmustern oder aus seine allgemeinen Mustern mal rausgeht.
00:16:01: Aus solchen Muster wie ich muss mich kümmern Ich muss funktionieren besser wer du im Kern und als Identität bist, wenn du dich mal von deinen Rollen lösen kannst.
00:16:17: Wenn du mal Freiräume findest wo du mal für dich alleine bist, wo du dich mit Freunden triffst oder halt eben alleine auf Reisen gehst oder alleine ins Fitnessstudio gehst.
00:16:27: Dich wieder selbst spüren und dich selbst zu erkennen um authentischer zu reagieren und dich nicht so oft überfahren zu lassen von den Bedürfnissen anderer.
00:16:39: Und es ist auch ein schöner Effekt, dass man seine Beziehungsdynamik damit wieder belebt.
00:16:45: Weil wenn du ein eigenständiges Leben hast dann entsteht Austausch mit deinem Partner, dann entstehen Inspirationen, da entsteht Lebendigkeit.
00:16:56: Weil, wenn du mit deinem Partner verschmilzt und ihr alles zusammenmacht und gar nicht individuell sein könnt dann bleibt die Beziehung irgendwann stehen.
00:17:04: Nur durch das Miteinanderreden, durch das Inspiriert werden, durch den Austausch, durch Unterschiedlichkeit wird eine Beziehungen belebt und genährt Und ein sehr großer Faktor ist dass man damit seine innere Freiheit behält Dass du sicher sein kannst, dass du auch ohne den Partner vollständig bist.
00:17:28: Und das wiederum reduziert eben Angst in einer Beziehung, Verlustangst oder ein Abhängigkeitsgefühl.
00:17:36: Ohne meinen Partner bin ich gar nichts!
00:17:38: Ich bin zwar nicht glücklich in der Beziehungen aber ich kann nicht rausgehen weil... ...ich bin von ihm abhängig Er kümmert sich um alles er ist verlässlich und fühle mich abhängiger von ihm und seiner Liebe.
00:17:49: Und dass Du auch den Anpassungsdruck verlierst Denn wenn du aus Not mit deinem Partner zusammen bist, dann wirst du nicht glücklich.
00:17:59: Dann spürst du den Druck?
00:18:01: Dann wirkt sich das auf die Beziehung aus!
00:18:04: Nähe entsteht nicht aus Not sondern daraus dass wir unserem Partner als Individuum das auch alleine überleben kann bewusst dem Partner wählt.
00:18:17: Die Konsequenzen der Verschmelzung Die spürt jeder von uns im Alltag.
00:18:24: Viele Menschen fühlen sich in Beziehungen erschöpft, ausgelaut obwohl sie doch eigentlich glücklich sein müssten weil doch alles so harmonisch ist.
00:18:35: Manche haben das Gefühl Sie müssen ständig aufpassen nichts Falsches zu sagen oder zu tun.
00:18:41: Wiederum andere ziehen sich innerlich zurück Weil ihnen das alles zu viel wird Oder weil sie nicht mehr wissen was sie machen sollen weil sie unsicher sind.
00:18:51: Und dann wirkt die Beziehung plötzlich distanziert, obwohl sie sich eigentlich doch nach Nähe sehen.
00:18:58: Verschmelzung ist ein Signal!
00:19:01: Sie zeigt dir das dein System versucht eine Sicherheit herzustellen auf die Art, wie du als Kind gelernt hast dass ihr angemessen ist.
00:19:13: aber die Kindheitsprogrammierung funktionieren heute nicht mehr als Erwachsene.
00:19:18: Aber wenn Du das erkennst kannst du anfangen neue Wege zu finden und du kannst lernen, bei dir zu bleiben ohne die Verbindung zu verlieren.
00:19:28: Und wenn du dich jetzt fragst Menschen ich erkenne mich da drin wieder bin nicht so bedürftig oder auch ganz oft warum passiert immer das nur mir?
00:19:40: Warum ziehe ich Menschen an die mich nur ausnutzen?
00:19:44: oder warum fühle ich mich schuldig wenn ich Grenzensätze?
00:19:47: Das sind völlig verständliche Fragen.
00:19:50: Sie entstehen jetzt, weil du das Verhalten jetzt bei dir erkennst aber die dahinter liegende Struktur nicht gesehen hast.
00:19:58: Und du siehst vielleicht an welchen Stellen du dich möglicherweise zu sehr angepasst hast, zu sehr verloren hast und natürlich suchst du den Fehler bei dir ganz klar!
00:20:10: Aber nochmal... wenn wir noch mal ganz genau auf die Dynamik drauf gucken.
00:20:15: Es hat was mit Prägung zu tun, es hat etwas mit deinem Nervensystem zu tun... ...es hat das mit gesellschaftlichen Erwartungen zu tun und mit Rollenskripten.
00:20:26: So siehst du vielleicht dass du nicht wirklich das Problem bist in Anführungsstrichen sondern das Problem die Kombination aus diesen alten Mustern und Glaubenssätzen ist und das nie richtig von dir betrachtet wurde.
00:20:41: Und jetzt ist die Frage, was könntest du jetzt konkret tun wenn du dich in dem wiedererkennst?
00:20:49: Natürlich ist der wichtigste Schritt wieder Kontakt zu dir selbst aufzunehmen und das nicht auf eine überfordernde Art und Weise sondern im kleinen machbaren Schritten.
00:20:59: Du musst dich natürlich nicht von heute auf morgen ändern aber es reicht wenn du vielleicht im Alltag hin- und wieder mal fragst Was will ich gerade eigentlich wirklich?
00:21:09: Nicht was wäre klug, was wäre angenehm für den anderen sondern was wäre für mich persönlich stimmig.
00:21:16: Vielleicht merkst du dann dass du mal Ruhe brauchst obwohl du gerade dabei bist irgendetwas für jemand andern zu tun oder du merkst das du eigentlich etwas anderes am liebsten gesagt hättest als das was du grade gesagt oder geschrieben hast.
00:21:30: und das allein dieses bemerken ist schon der erste Schritt raus aus der Verschmelzung.
00:21:37: Der nächste Schritt wäre nach der Erkenntnis Pausen.
00:21:41: Hilfreich ist es, wenn du zwischen Gedanke und Aktion, wenn das dir da gelingen könnte eine winzig kleine Pause einzulegen also wenn du eine Nachricht bekommst und der Impuls ausgelöst wird.
00:21:58: ich muss die jetzt sofort beantworten dann vielleicht einmal kurz durchatmen und dann mal in dein Körper rein spüren und merken Will ich das jetzt eigentlich beantworten?
00:22:10: Fühle mich dazu in der Lage.
00:22:12: Hab' ich die Kapazität und die Energie, weiß ich überhaupt was ich sagen will!
00:22:17: Und dann kannst du ja entscheiden ob du es jetzt beantwortet möchtest oder später... ...und dir darüber bewusst sein oder erstmal in Erfahrung bringen.
00:22:24: warum ist es so wichtig dass du sofort antwortest?
00:22:28: wird da vielleicht eine Angst getriggert?
00:22:30: woher kennst Du diese Angst?
00:22:32: Diese Mini-Unterbrechungen, gepaart mit dem Reflektieren und der Erkenntnis woher das rührt ist so ein großer Game Changer.
00:22:43: Da musst du noch nicht mal groß irgendeine Aktion tun oder Übungen üben Und natürlich hilft es dann auch mit dem Gegenüber dann entsprechend zu kommunizieren.
00:22:54: und dass nicht einfach so im Raum stehen lassen also nicht seit Monaten und Jahren innerhalb von fünf Minuten auf Nachrichten antworten und heute dreht sich die Welt ganz anders.
00:23:04: Heute hast du keine Lust und meldest dich dann drei Tage nicht?
00:23:08: Ne, da muss schon leider kommuniziert werden weil natürlich entwickeln halt den Menschen um dich herum eine gewisse Erwartungshaltung aufgrund dessen was sie bisher mit dir oder erlebt haben oder von dir kennen.
00:23:23: Und da reicht es ja einfach nur, dass man vielleicht wenn so eine Nachricht kommt auf die man jetzt keine Kapazität hat zu antworten eben nicht ausführlich draufzuantworten sondern nur zu schreiben du ich meld mich demnächst bei dir.
00:23:35: Ich brauche einen Moment darüber nachzudenken oder Du ich melde mich noch bei Dir aber ich fühl mich gerade so erschöpft.
00:23:42: Ich werde mich spätestens morgen Nachmittag bei dir melden.
00:23:46: Das ist ja keine Abweisung.
00:23:48: Du bist ja bereit, dich zu melden!
00:23:50: Es geht nur darum deine Wahrheit zu sprechen wie es dir gerade geht.
00:23:55: und am Anfang kann es bei solchen Aktionen natürlich sein dass du dich dabei unsicher fühlst weil dein System ein solches Verhalten nicht gewohnt ist.
00:24:05: das ist völlig normal.
00:24:07: es zeigt halt nur dass du etwas neues ausprobierst.
00:24:10: Es kann aber natürlich sein und dafür kann dich niemand schützen, dass dein Gegenüber nicht verständnisvoll darauf reagiert.
00:24:17: Aber auch hier darf du erkennen das sie ja nichts anderes von dir gewohnt sind unmöglicherweise selbst ängstlich sind und in deinen Schweigen oder in dein ich mag jetzt nicht antworten hinein interpretieren oh derjenige ist sauber auf mich oder um was habe ich falsch gemacht?
00:24:34: davor kannst du dich nicht schützen.
00:24:37: Aber du solltest auch nicht die Verantwortung für die Gefühle der anderen übernehmen.
00:24:41: Das ist deren Baustelle mit ihrer Angst und Unsicherheit umzugehen!
00:24:46: Du verschmilzt wieder mit ihnen, wenn du dir Sorgen und Gedanken darum machst wie du es so schonend wie möglich demjenigen beibringst um denjenigen nichts zu verletzen?
00:24:57: Ja natürlich sollst du's nicht raushauen und so brutal und unempatisch sein das ist schon richtig.
00:25:03: aber wenn die Gedanken da drum was dass bei demjenigen auslösen könnte, die Tendenz hat dich davon abzuhalten, deine Wahrheit zu sprechen und das zu tun was du gerade für die Wahrheit oder für das richtige hältst.
00:25:17: Dann ist es dieses ungesunde Verschmelzen über das ich jetzt gesprochen habe.
00:25:22: Lass die Verantwortung mit den Gefühlen umzugehen bei demjenigen der die Gefühle hat!
00:25:29: Du musst denjenigen nicht tragen.
00:25:31: Aber du könntest natürlich auch was in der Art sagen.
00:25:33: Du, ich versuche in Zukunft ein bisschen mehr darauf zu achten das zu tun was sich für mich gut anfühlt.
00:25:40: Ich habe in der Vergangenheit immer sehr darauf geachtet was anderen gut tut.
00:25:44: Das kann jetzt sein dass in der Übergangsphase ich dir vielleicht etwas hart vorkomme aber du solltest wissen das hat nichts mit dir zu tun.
00:25:52: ich übe und ich hoffe dass du Verständnis dafür hast.
00:25:56: Am Ende geht es bei all dem um eine viel tievere Wahrheit Denn Verschmelzung ist kein Charakterfehler.
00:26:05: Verschmälzung ist ein Schutzmechanismus, dein System versucht dich zu schützen indem es dich auf andere ausrichtet und was andere tun.
00:26:17: Und nochmal das war vielleicht früher in deiner Kindheit einmal sinnvoll In frühen Beziehungen auch nötig weil du da in einer Phase warst in der Du wenig Halt hattest und wenig Halt dir selbst geben konntest.
00:26:32: Heute darfst du als Heranwachsener oder Erwachsener mal reinspüren, ob dieses Muster dir wirklich noch dient!
00:26:41: Weil so muss dein Leben nicht sein immer für andere da zu sein aber dich innerlich darüber zu ärgern oder frustriert zu sein.
00:26:50: Du darfst neue Wege lernen wie du Nähe zu anderen Menschen leben kannst, ohne dich selbst dabei zu verleugnen oder zu verlieren.
00:27:01: Wenn du aus der Verschmelzung langsam rauswächst fühlt sich das natürlich nicht leicht an!
00:27:08: Am Anfang ist es wackelig und unangenehm.
00:27:12: wir fühlen uns unwohl wenn wir eine kleine Grenze setzen und es wird Tage geben wo dir das nicht gelingen wird wo du dich weiterhin mit anderen verschmilzt, wo du dir erlaubst noch deine alten Muster zu leben und das ist okay so.
00:27:31: Setz dich nicht selbst unter Druck!
00:27:33: Du hast jetzt vielleicht was Neues gelernt und kannst dich damit auf eine neue spannende Reise machen.
00:27:39: Mit der Zeit wird etwas Neues entstehen.
00:27:41: Mit derzeit wirst du merken dass in dir ein neues besseres Gefühl entsteht von Selbstwerksamkeit, von Stabilität.
00:27:53: Dass du merkst dass du auch in Beziehungen sein kannst ob freundschaftlich oder romantisch oder wie auch immer wo du nicht alles mitmachen musst.
00:28:03: Wo du nein sagen kannst ohne das alles zusammenbricht und wo du merken kannst dass echte Nähe eigentlich Er nur dann entsteht, wenn beide sich zeigen dürfen wie sie sind.
00:28:19: Mit ihren Bedürfnissen mit ihren Grenzen und mit ihren Eigenheiten und sich nicht verstellen müssen, nur damit der Partner nicht getriggert ist.
00:28:29: Und zum Abschluss dieser Folge möchte ich dir noch was mitgeben Du bist nicht falsch!
00:28:35: Nur weil du dich in Beziehungen manchmal verlierst.
00:28:38: Du bist jemand, der gelernt hat Verbindung zu sichern indem er sich selbst zurücknimmt.
00:28:45: Das war einmal eine kluge Strategie und jetzt darfst du Schritt für Schritt eine neue entwickeln!
00:28:53: Du darfst Raum einnehmen.
00:28:56: Du darfest du selbst bleiben.
00:29:00: Du durft lernen das Liebe nicht bedeutet dich kleinerzumachen.
00:29:06: Liebe bedeutet, dich in deiner ganzen Person zu zeigen und dafür geliebt zu werden.
00:29:15: Und wenn du jetzt noch Lust und Zeit für eine kleine Entspannung hättest die dir ermöglicht das gehörte nochmal in Ruhe auf dich wirken zu lassen und gegebenenfalls neue Erkenntnisse in dir zu verankern dann bleibt doch jetzt gern noch ein paar Minuten dran.
00:29:31: und bei den anderen bedanke ich mich an dieser Stelle fürs Zuhören und dabei sein und sage bis zum nächsten Mal.
00:29:42: Der folgende Teil ist eine geführte Entspannung, bitte höre ihn nur wenn du gerade in einer sicheren Umgebung bist und nichts tust was anderweitig deine Aufmerksamkeit benötigen würde wie Autofahren oder schwere Maschinen bedienen.
00:30:09: Mach es dir nun also an einem ruhigen ungestörten Ort für ein paar Minuten bequem.
00:30:21: Wenn du soweit bist und das gerne möchtest, darfst Du in Deinem eigenen Tempo Deine Augen schließen.
00:30:34: Richte Deine Aufmerksamkeit nun auf Deinen Atem.
00:30:39: Nimm ihn einfach nur wahr!
00:30:47: Beobachte wie die Luftkühl in Deine Nase strömt Und sich dabei deine Lungen weiten.
00:30:59: Für diesen Augenblick darfst Dich ganz in Dich selbst sinken lassen.
00:31:06: Für diesen Augenblick brauchst du gar nichts zu tun, nur wahrzunehmen in welchem Tempo und in welchen Rhythmus sich deine Brust und dein Bauch beim Atmen auf- und abbewegen.
00:31:35: Nimm als nächstes einen tiefen Atemzug durch die Nase in deinen Bauch hinein.
00:31:42: halte ihn dort für ein Augenblick und lass ihn aus dem Mund langsam und kontrolliert wieder ausströmen.
00:31:53: Und jetzt noch einmal Nase einatmen, halten und durch den Mund langsam wieder ausatmen.
00:32:05: Noch ein letztes Mal Nase Einatmen Halten und durch das Mund wieder aus atmen.
00:32:18: Kehre zu deinem normalen Atemrhythmus zurück und spüre die Entspannung wie sie bei jedem deiner Atemzüge durch deinen gesamten Körper fließt.
00:32:38: Folge in deinem Geist den folgenden Worten Ich darf bei mir bleiben, auch wenn ich verbunden bin.
00:32:56: Ich spüre meine Bedürfnisse und nehme Sie ernst!
00:33:27: Ich vertraue meinem inneren Kompass, ich darf Grenzen setzen ohne Schuld zu fühlen.
00:33:45: Ich bleibe in Verbindung ohne mich zu verlieren.
00:33:55: Ich darf eigene Wege gehen und Neues erleben.
00:34:31: Auch wenn ich nicht funktioniere oder gefalle, Ich darf langsam reagieren und bewusst wählen.
00:34:53: Ich erlaube mir mich selbst wichtig zu nehmen.
00:35:04: Ich darf näher leben ohne mich kleiner zu machen.
00:35:46: Nimm noch mal einen abschließenden, tiefen Atemzug durch die Nase und spüre wie die Energie dabei wieder in deinen Körper zurückkehrt.
00:35:57: Mit jedem weiteren Atemzug fühlst du dich immer wacher, nimmst wieder die Umgebung und die Oberfläche unter dir war, hörst wieder umgebungsgeräusche und wirst immer klarer und wacher!
00:36:13: Und sobald du dich dazu bereit fühlste kannst du in deinem eigenen Tempo deine Augen wieder öffnen und mit neu gewonnener Energie die gehörten Botschaften mit in deinen Alltag nehmen.
00:36:27: Du darfst neugierig sein, wie diese Botschafte in dir in den nächsten Stunden und Tagen noch positiv nachwirken werden!
00:36:37: Ich wünsche dir alles Gute und bis zum nächsten Mal.
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