Wenn Dein Kind den Kontakt zu Dir abbricht
Shownotes
- Kontaktabbruch verstehen - warum Kinder sich manchmal zurückziehen
- Innere Hintergründe - emotionale Dynamiken hinter Distanz
- Elterliche Grenzen - warum das eigene Beste nicht immer passt
- Bedürfnisse erkennen - unterschiedliche Entwicklungswege von Eltern und Kindern
- Selbstreflexion - ohne Schuld, ohne Selbstanklage
- Beziehungskomplexität - wenn Nähe nicht möglich ist
- Eigene Ressourcen - was Eltern geben können
- Emotionale Entlastung - ein nüchterner Blick auf schmerzhafte Situationen
- Weitergehen - Orientierung finden trotz Kontaktabbruch
- Innere Stabilität - Halt in sich selbst statt in der Beziehung
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00:00:06: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts glücklich, lieben und leben.
00:00:12: Mein Name ist Stefanie und diese Folge ist an Eltern gerichtet von denen sich ihr Kind abgewendet hat und den Kontakt abgebrochen hat.
00:00:24: Ich möchte in dieser Folge darüber sprechen dass die damit in Eltern ausgelösten Gefühle valide sind und nachvollziehbar wertfrei sprechen, wieso es zu einer so gefühlt drastischen Handlung von Kindern kommen kann.
00:00:46: Ich möchte auch Entlastung dabei bieten und ermöglichen sein eigenen Anteil als Elternteil an dieser Situation einmal zu betrachten und hoffentlich liebevoll annehmen zu können.
00:01:03: Ich möchte auch über die nach einem Kontaktabbruch vorliegende Zukunft sprechen.
00:01:08: Und ob es möglich oder wahrscheinlich ist, dass sich Eltern und Kinder wieder ernähren können?
00:01:16: Die Chance steht gut, dass du möglicherweise ein Elternteil bist das von dieser Situation betroffen ist.
00:01:25: Da du auf diese Folge geklickt hast.
00:01:28: insofern möchte ich dich einmal direkt adressieren.
00:01:34: Du bist vielleicht also möglicherweise davon betroffen.
00:01:39: Dein Kind hat abrupt die Kommunikation mit dir abgebrochen, es schweigt und sich zurückgezogen und hat damit den Zugang zu sich entzogen.
00:01:54: Und wenn unser Kind plötzlich mit Schweigen und Rückzug, mit Kontaktabbruch reagiert dann löst das erst einmal starke Gefühle in uns aus.
00:02:08: Möglicherweise sogar Gefühlen der Unklarheit über die dahinterliegenden Gründe oder Motive.
00:02:17: Wenn vielleicht vorher nichts Auffälliges oder Besonderes vorgefallen ist auch dieses Gefühl nicht mehr Teil des Lebens, des Kindes zu sein.
00:02:28: Das fühlt sich erst mal schockierend an!
00:02:31: Es fühlt es sich an wie ein Kontrollverlust über die Beziehung und über das Kind, dass man vielleicht vorher auf gewisse Art und Weise hatte.
00:02:41: Und das geht mit einigen sehr, sehr heftigen Gefühlen einher, die sehr belastend sein können und sehr tumultig sein können wie vielleicht Wut und Ärger über den Kontaktabbruch, vielleicht auch eine kleine Stimme des Charms.
00:03:00: Und der Schuldgefühle vielleicht auch?
00:03:03: Man ist vielleicht als Eltern enttäuscht... ...und möglicherweise auch fassungslos und versteht die Welt nicht mehr!
00:03:12: Ich möchte einmal darlegen dass diese Gefühle von Wut, Scham, Schuldgefühl
00:03:20: usw.,
00:03:21: völlig nachvollziehbare, normale Gefühlsregungen sind von denen allerdings einige aus unserer Kindheit kommen.
00:03:33: Denn diese Gefüle von Wut und Schuldgefühlen und Enttäuschung sind sogenannte primäre Gefühle unter denen die sekundären Gefühlen liegen – und das sind eigentlich die wirklich Interessanten!
00:03:50: Denn die kommen eben oft aus unserer Kindheit.
00:03:54: Denn zum Beispiel, was unter diesen darunter liegt das Gefühl der Ohnmacht, Hilflosigkeit vielleicht auch Angst auf jeden Fall Traurigkeit ein Gefühl von Verlust und von Einsamkeit Und dass wir darauf so heftig mit Abwehr reagieren Mit Wut vielleicht und Fassungslosigkeit und starken Schuldgefühlen.
00:04:19: Das kennen wir eben aus unserer Kindheit, wo wir nicht anders uns zu helfen wussten als mit diesen heftigen Gefühlen zu reagieren.
00:04:29: Wenn wir uns hilflos gefühlt haben oder allein gelassen oder wenn wir ängstlich waren.
00:04:35: Wut war dann ein Schutzmechanismus gegen Verletzung und Machtlosigkeit?
00:04:42: Oder Scham zum Beispiel!
00:04:44: Scham überdeckt ein Gefühl von Angst oder einem Gefühl von Verlust und Schuldgefühle rühren meist von Ohnmacht und dem Gefühl der Hilflosigkeit her.
00:04:59: Also sind die Gefühle, die jetzt mit diesem Kontaktabbruch einhergehen, normale Gefühlen, die man hat nach einer sogenannten Bedrohung auf unser Bindungssystem?
00:05:12: Denn als Kind haben wir unser Bindungssystem Bedrohtgefühl durch Ausschimpfen, durch Bestrafung, durch Liebesentzug.
00:05:19: Wodurch dann eben diese heftigen Gefühle von Wut oder vielleicht Schuldgefühlen oder so eben herresultierten?
00:05:28: Diese Gefühlen nach einem Kontaktabbruch jetzt als erwachsene Elternteile sind die Programmierung, die aus unserer Kindheit stammt, völlig normal und sind kein Zeichen von Versagen oder dass wir irgendetwas falsch gemacht haben, sondern sind erst mal vordergründig nur Zeichen einer Bindung zwischen uns als Elternteil und unserem Kind.
00:05:55: Alle damit einhergehenden Gefühle sind erstmal erlaubt!
00:06:00: In dem Zusammenhang wenn so etwas passiert gibt es keine richtigen oder falschen Gefühlen.
00:06:07: Ich möchte dich daher erst mal stabilisieren und dir versichern, egal was du gerade fühlst.
00:06:11: Ob es Wut ist oder vielleicht Schuldgefühle.
00:06:14: Ob du spürst dass du dich ohnmächtig fühlts oder hilflos... Es ist völlig egal!
00:06:19: Du darfst diese Gefühle fühlen Und ich könnte mir gut vorstellen das vor allem möglicherweise das Gefühl der Schuld eine besonders große Rolle spielt Vielleicht weil etwas vorgefallen ist, was diese Schuldgefühle auslöst.
00:06:34: Oder weil du schon etwas darüber reflektiert hast wie das Verhältnis zu deinem Kind in letzter Zeit oder in den letzten Monaten und Jahren gewesen ist und dass da schon irgendetwas möglicherweise schief gelaufen ist und du möglicherweise einen Anteil daran hast.
00:06:48: Und ich möchte auf dieses Schuldgefühl wo du das Gefühl haben könntest Du daran schuld bist, dass das Kind den Kontakt abgebrochen ist.
00:06:57: Darauf möchte ich kurz eingehen Denn ja es mag möglich sein Dass etwas was du getan oder gesagt hast dafür gesorgt hat Das der Auslöser war Dass dein kind den Kontakt abgebrochen hat Aber Ich glaube nicht dass es nötig ist sich schuldig zu fühlen Denn Was wichtig ist zu erkennen Ist wenn wir Dinge tun oder sagen mit den Dingen, mit den Fähigkeiten, mit dem Wissen.
00:07:32: Mit der Belastbarkeit und der inneren Stabilität die wir in dem Moment wo wir es taten oder sagten machen.
00:07:40: Wenn wir also nicht mit Absicht grausam sind oder mit Abslicht verletzend sind dann haben wir unser Bestes gegeben.
00:07:47: Dann haben wir das gegeben was wir in diesem Moment bieten konnten.
00:07:55: Und es gibt keinen Grund dafür, sich schuldig zu fühlen wenn man etwas getan hat was gefühlt die einzige Reaktion war zu der wir in dem Moment fähig waren.
00:08:09: Niemand hat Zugriff auf Fähigkeiten die er zu diesem Zeitpunkt nicht hat.
00:08:15: Du hast dein bestes gegeben in dem moment Und sein Bestes zu geben ist immer relativ dazu, wie in dem Moment unser Belastungslevel war – unser Stresslevel oder was wir für Ressourcen zur Verfügung hatten.
00:08:32: Oder wie unsere Lebensumstände gewesen sind!
00:08:35: Du hast dein Bestes gegeben und sein Bestest zu geben bedeutet nicht perfekt zu handeln.
00:08:44: Perfektion kein Maßstab für Elternschaft.
00:08:50: Das Beste zu geben, kann auch unvollkommen sein und kann auch Schmerz auslösen!
00:08:59: Und auch wenn du vielleicht heute durch Reflektieren oder durch ein Feedback dir bewusst darüber bist über die Zusammenhänge und die Situation, die möglicherweise über die Zeit dazu geführt hat dass dein Kind den Kontakt abgebrochen hat Bedeutet nicht, dass du die Schuldig dafür fühlen musst, dass Du damals diese Zusammenhänge und diese Situation nicht besser verstanden hast.
00:09:26: Schau!
00:09:27: Schuld entsteht aus dem heutigen Blickwinkel auf die Vergangenheit.
00:09:34: Das nennt man im übrigen kognitive Illusion.
00:09:36: das heißt wir bewerten alte Situationen mit neuen Erkenntnissen Und mit neuen Fähigkeiten.
00:09:44: Viele Reaktionen, die wir heute als unangemessen oder gar falsch interpretieren waren damals Versuche sich selbst zu schützen?
00:09:53: Oder das Familiensystem zu stabilisieren.
00:09:57: Das macht es zwar nicht richtiger was vorgefallen ist Was dann am Ende zum Kontaktabbruch geführt hat Aber es macht es doch menschlich und nachvollziehbar.
00:10:08: Also erlaube dir bitte gnädig mit dir zu sein und Mitgefühl auch mit dir zu haben, dass du früher nicht anders wusstest zu reagieren als das wie du am Ende reagiert hast.
00:10:23: Und es ist doch gut wenn du heute erkennst, dass es vielleicht besser anders gewesen wäre!
00:10:29: Wir wachsen und wir lernen – mit jeder Erfahrung die wir machen.
00:10:34: Und wir sollten liebevoll und großmütig damit umgehen, wenn wir Gefühlt ein Fehler machen.
00:10:43: Aber Schuld ist in dem Zusammenhang nicht hilfreich.
00:10:46: und jetzt möchte ich einen kleinen Abschnitt einfügen, wo ich darüber sprechen möchte was möglicherweise dafür gesorgt haben könnte dass das Kind den Kontakt abgebrochen hat für den Fall, dass du als Elternteil dir noch nicht so ganz klar darüber bist oder nicht ganz klar so verstehst, warum das passiert ist.
00:11:06: Dass du vielleicht möglicherweise eine Antwort hast?
00:11:08: Vielleicht auch gar keine?
00:11:11: Aber dir die Möglichkeit eröffnet etwas besser zu verstehen und das möchte ich bitte nicht als Angriff verstehen sondern als Angebot für dich zur Reflexion um möglicherweise Hebel zu haben um das Verhältnis zu deinem Kind wieder aufnehmen und verbessern zu können.
00:11:32: Hier geht es nicht um Schuld, hier geht es um Bewusstwerdung und mit Bewusstwertung kommt die Möglichkeit handeln zu können.
00:11:41: Und das macht frei!
00:11:43: Das macht ruhig.
00:11:45: also biete ich dir jetzt einige Dinge an aus der Sicht eines Kindes dass ich selbst gewesen bin das einmal den Kontakt zu seinen Eltern abgebrochen hat.
00:11:58: Und nochmal, ich möchte es anbieten.
00:12:01: Nicht um dich zu beschämen oder zu verurteilen sondern damit du verstehst die andere Seite möglicherweise siehst.
00:12:10: Das macht deine Seite nicht weniger wahr Sie bietet nur mehr Kontext.
00:12:17: Also was könnte passiert sein?
00:12:19: Es könnte sein dass in der Kindheit möglicherweise viel Kritik durch Eltern erfolgt ist.
00:12:29: Dass das Kind sich ständig oder häufig korrigiert gefühlt hat, dass alles was es getan oder gesagt hat kommentiert wurde möglicherweise negativ kommentierd wurde, dass es bewertet wurde – das Verhalten oder vielleicht sogar der Lebensweg!
00:12:47: oder dass du als Elternteil möglicherweise sehr hohe Erwartungen an das Kind gehabt hast.
00:12:54: Dass du dadurch, dass du es immer wieder korrigiert hast und deine Erwartung kommuniziert hast die du anders kind hattest Das Kind des Gefühl bekam nie gesnug zu sein oder immer mehr leisten zu müssen.
00:13:07: Und ich möchte einladen zum Thema erwartungen an andere einmal in den podcast hineinzuhören nämlich in die folgen nummer Eins, bzw.
00:13:19: eins war glaube ich die Begrüßung also dann in die Folge zwei Selbstsabotage das stille Gifte-Erwartungen wo es auch darum geht was es mit uns macht wenn wir Erwartungen an andere haben.
00:13:31: aber dass ist nur ein weiteres Angebot.
00:13:33: darum geht jetzt gar nicht.
00:13:35: Eine weitere mögliche Belastungssituation könnte auch sein, dass wir als Eltern – ich bin selbst Elternteil.
00:13:43: Ich weiß das sehr genau, dass ich da auch mit zu kämpfen habe -, dass wir Als Elterenteil oft sehr übergriffig sind und es mag vielleicht mal einem kleinen Kind, das von uns angeleitet werden muss und ein bisschen Lebenserfahrungen beigebracht werden muss.
00:14:00: Das mag noch okay sein aber Sobald das Teenageralter kommt, sollten wir anfangen damit aufzuhören.
00:14:08: Also was meine ich mit Übergriffigkeit?
00:14:10: Wenn wir Kommentare zum Körper des Kindes abgeben zu dessen Beruf oder die Partnerwahl ... Wenn wir die Entscheidungen oder Handlungen unseres Kindes kontrollieren wollen, oder kommentieren, oder bestimmen und ständig Vorschläge machen.
00:14:28: Das ist übergriffig!
00:14:29: Das greift in die Selbstbestimmung und das Leben und Entscheidungen des Kindes ein – und das sollte ab dem Teenager-Alter weniger stark werden und auch irgendwann aufhören.
00:14:41: Es könnte auch möglich sein, dass es für das Kind gefühlt einen Mangel an emotionaler Stabilität gegeben haben.
00:14:50: Emotionale Sicherheit!
00:14:52: Dass wir selbst als Elternteil unter Stress oder unter psychischen Schmerzen oder schweren Erinnerungen gelitten haben und damit möglicherweise häufig heftig auf unser Kind reagiert haben, dass wir seine Gefühle nicht gewürdigt haben oder klein geredet haben.
00:15:13: Oder das was uns das Kind gesagt hat nicht wahrhaben wollten und ihm widersprochen haben oder das Klein gerede haben.
00:15:22: Dass wir das Kind nicht gesehen haben.
00:15:25: Das wir es nicht unterstützt haben.
00:15:27: Wir ihm nicht genug das Gefühl gegeben haben geliebt zu sein und sicher bei uns zu sein.
00:15:34: Und es kann natürlich auch zum Kontaktabbruch führen, wenn immer wiederkehrende Spannungen ungelöst bleiben.
00:15:42: Wenn man gereizt auf was reagiert, wenn das Kind abwertet, wenn man Vorwürfe macht, wenn es ständig Konflikte zu Themen gibt die immer wieder sich um das Gleiche drehen und eben nicht zu lösen sind.
00:15:56: Und nochmal an dieser Stelle, das sind alles Angebote zu verstehen aber keine Anklagen.
00:16:02: Dass du dich vielleicht an der einen oder anderen Stelle möglicherweise wiedererkennen magst heißt nicht dass du dich schuldig fühlen sollst und dass du jetzt ein schlechtes Elternteil bist weil du bist menschlich.
00:16:14: jeder von uns hat mal diese Phasen und was das in unserem Kind auslöst ist nur zum Teil unsere Verantwortung.
00:16:26: Wer für was verantwortlich ist, wenn es zu einem Kontaktabbruch kommt?
00:16:30: Darüber spreche ich gleich in einer Minute.
00:16:33: Ich möchte jetzt erst mal darüber sprechen, was solche Vorkommnisse möglichen Vorfälle will ich es nennen, was das möglicherweise im Kind an Gefühlen ausgelöst haben könnte.
00:16:45: Weil das Kind hat ja Gefühle die dann dafür sorgen dass sie dann impulsiv den Kontakt abbrechen und diese Gefühles sind zum Beispiel ein Gefühl der Überforderung.
00:16:57: Nie genug zu sein, immer mehr leisten zu müssen erzeugt Druck und das Gefühl der ständigen Überforderungen Und natürlich Enttäuschung des Schmerz nie genug zu seien.
00:17:09: Das Kind könnte innerlich erschöpft sein Sich immer wieder erklären zu müssen Immer wieder das gleiche sagen zu müssen immer wieder zu erleben dass es nicht verstanden wird oder das nicht auf das was es sagt eingegangen wird Oder dass seine Grenzen nicht respektiert werden.
00:17:25: Es kann verletzt sein, es kann Schmerz darüber fühlen nicht gesehen und nicht gehört zu werden.
00:17:31: Verurteilt zu werden der Körperverurteil die Berufswahl die Partnerschaftswahl abgewertet zu werden.
00:17:40: das Kind könnte sich unsicher fühlen.
00:17:43: Ist mein Verhältnis zu meinen Eltern überhaupt stabil?
00:17:47: Lieben Sie mich wirklich!
00:17:48: Kann ich darauf vertrauen, dass wenn mir irgendwas passiert, das sie für mich da sein werden.
00:17:53: Kann nicht darauf vertrauen, wenn ich Ihren Rat brauche, dass sie mir helfen werden statt mich zu verurteilen.
00:18:01: Dadurch entsteht... Überforderungen, diese Erschöpfung und diese Verletzungen.
00:18:08: Diese Unsicherheit sich aufstaunen und nicht gelöst werden sondern immer und immer wieder durch Konflikte oder das Gleiche zu erleben, wieder bestätigt werden.
00:18:18: kommt es dann zu diesem Abgrenzungsbedarf?
00:18:22: Dann kommt es zu dem Impuls sich selbst schützen zu wollen Sich selbst zu schützen vor den ständigen Gefühlen der Überforderung und Verletzung.
00:18:35: Und dann kommt es zum Rückzug.
00:18:37: Man teilt nicht mehr so viel mit den Eltern, man ist mehr in seinem Zimmer als sich mit seinen Eltern zu unterhalten und mit ihnen etwas zu unternehmen und irgendwann möglicherweise eben auch leider zum Kontaktabbruch.
00:18:50: Es ist schwer genug als Elternteil mit diesen Gefühlen umzugehen über die ich schon gesprochen habe von Schulden und Ängsten und vielleicht auch Wut und Trauer.
00:19:00: Aber natürlich gibt es dann auch noch die Auswirkungen auf das Familiensystem, wenn das Kind eben den Kontakt abricht.
00:19:06: Das ist auch schwierig für uns als Elternteil zu managen!
00:19:10: Ich werbe hier für Eltern, die nicht nur mit dem Kontaktabbruch und den Gefühlen kämpfen muss sondern auch das Familien-System wieder stabil zu bekommen weil wenn jede Veränderung in einem Familiensystem wie wenn sich ein Kind daraus zurückzieht oder Spannungen entstehen zwischen Teil des Familiensystems wird das Familiensystem instabil.
00:19:33: Es können sich Rollen verschieben, Geschwister können jetzt neue oder veränderte Rollen in der Familie einnehmen.
00:19:40: wir als Eltern müssen möglicherweise die aktive Rolle des Elternseins abgeben und nur noch passiv zur Verfügung stehen Oder wir müssen als Elternteil Kommunikationsbrüche abfangen und Anspannungen zu diesem Vorfall irgendwie abfedern.
00:19:58: Mit unserem Partner, wenn einer vorhanden ist oder mit den anderen Kindern, es kann in der Familie zu Loyalitätskonflikten kommen dadurch dass eben einer möglicherweise die Partei der Eltern ergreift, der andere möglicherweise eine Partei des Kindes.
00:20:14: man sitzt quasi zwischen zwei Stühlen.
00:20:17: Es kann Spannungen zwischen den Familienmitgliedern geben, weil man sich uneinig darüber ist wie die Situation gehandhabt wurde.
00:20:24: Spannung in dem Kind gegenüber aber natürlich auch Spannungs in den Eltern gegenüber Und es wird eine Veränderung natürlich auch dieser Identität geben, die wir als Familie haben.
00:20:36: Also wie sehen wir uns selbst?
00:20:37: Sind wir die drei Musketiere, die immer zusammenhalten oder sind wir die Troublemaker?
00:20:43: Es gibt ja eine familiäre Identität, die jeder von uns hat.
00:20:46: Wer wollen wir als Familie sein?
00:20:48: Die kippt wenn sich ein Kind daraus verabschiedet oder sogar sehr stark, wenn sich das einzige Kind daraus verabscheidet.
00:20:56: Dann gibt es noch unterschiedliche Handhabungen von unterschiedlichen Familienmitgliedern, wie sie da mit der Situation emotional umgehen.
00:21:05: Man muss andere emotional stabilisieren.
00:21:08: Man ist selbst instabil wenn man so schockiert ist oder so verletzt ist von diesem Kontaktabbruch.
00:21:14: und trotzdem muss man für andere Geschwister auch noch da sein und versuchen ihren Schmerz zu halten und ihre Angst zu halten Und muss natürlich auch irgendwann angefangen werden, das instabilie Familiensystem, dass da gekippt ist.
00:21:27: Wenn dir Kontaktabbruch über eine längere Zeit anhält, auch irgendwie wieder neu zu gestalten wie man als restliche Familie jetzt zukünftig ohne dieses Kind... weiter miteinander interagieren will.
00:21:43: Das hat schon dazu geführt, dass Beziehungen daran zerbrochen sind durch diese Spannungen, durch diese unterschiedlichen Ansichten und durch dieses instabilie Familiengefüge über das sich die meisten halt in dem Moment nicht wirklich bewusst darüber sind und damit auch keine Chance haben dann aktiv daran zu arbeiten es wieder zu stabilisieren.
00:22:02: Ähnlich ist passiert dem Übrigen, wenn ein Kind stirbt.
00:22:05: Viele Beziehungen gehen dann auseinander weil beide so in ihrem Trauer und ihrem Schmerz gefangen sind das es ihnen nicht gelingt zusammen wieder an den Familiengefüge zu arbeiten ist zu stabilisieren und eine neue familiäre oder beziehungstechnische Identität zu entwickeln aber das nur mal am Rande.
00:22:22: der schmerzhafteste Teil glaube ich ist daran dass gerade Mütter sich mit ihrem kind oder vor allem mit ihrem Sohn so verschmolzen fühlen.
00:22:33: über die Zeit vom Tragen des Eis im Bauch bis zum Schulabschluss oder bis zum Kontaktabbruch ist ja so ein intensiver Kontakt entstanden.
00:22:43: Da kommt es zu einer sehr starken Verschmelzung, sodass dann auch das Kind oder in dem Fall ganz besonders stark der Sohn einen sehr großer Fester intensiver Anteil der Identität, der Mutter vor allem wird und umgekehrt Vater-Tochterdynamik auch.
00:23:02: Das ist natürlich auch schwer auszuhalten.
00:23:05: Wer bin ich eigentlich als Elternteil, wenn jetzt nicht mehr mein Kind Teil meiner Identität ist?
00:23:11: Teil?
00:23:11: mit der Identität meine ich dass wir alles was wir uns für unser künd wünschen häufig nicht immer aber häufig Projektionen sind von unseren eigenen Wünschen und Bedürfnissen die wir auf unserer kind projizieren.
00:23:25: weil wir so gelitten haben Weil wir keinen schulabschluss haben oder keine Uni kein Studium gemacht habe sind wir finanziell, mussten wir immer kämpfen und deswegen bestehe ich darauf dass mein Kind jetzt studiert damit es finanziellerfolgreich wird.
00:23:40: Das ist eine Verschmelzung.
00:23:41: das ist dieser Punkt wo's dann zu dieser Übergriffigkeit kommt und in die Einmischung geht für den Berufsfall und für die Partnerwahl ihr des Kindes zum Beispiel.
00:23:52: Und deswegen ist jetzt der gute Zeitpunkt, mal darüber zu sprechen was eigentlich wirklich zur älterlichen Verantwortung gehören.
00:24:01: Wenn es doch nicht dazu gehört dass ich meinem Kind sagen darf was das für ein Beruf haben darf.
00:24:05: genau du darfst dein kind nicht sagen was es für einen beruf haben darf.
00:24:10: Du darfst Vorschläge machen du darf seine Ansichten teilen Aber du darfst ihnen keine Vorschriften machen.
00:24:16: Ein Elternteil ist ein Lehrer und ein Führer, ein Elterenteil ist eine Vorbild das durch sein Vorleben Werte vermittelt.
00:24:29: Es ist natürlich für die Grundversorgung zuständig, dass das Kind sich sicher fühlt.
00:24:34: Dass es ernährt wird und sich beschützt fühlt und dass eben das Verhältnis stabil ist.
00:24:40: Und dass die emotionale Umgebung stabil ist, dass sie sich daran geschützt und sicher fühlen.
00:24:47: Eltern geben wie gesagt nur den Rahmen für die Entwicklung.
00:24:50: Sie geben die Orientierung, die Werte, die Grenzen.
00:24:54: Sie bieten Unterstützung!
00:24:56: Und sie bieten emotionale Präsenz im Rahmen ihrer Möglichkeiten natürlich nur.
00:25:01: Also Zuwendungen, sie zeigen Interesse und Sie bemühen sich das Verhältnis zu dem Kind halt eben aufrecht zu erhalten und positiv zu gestalten.
00:25:11: Sie bemühen sich das Kind zu verstehen und die Sicht des Kindes einzunehmen und die Eltern übernehmen die Verantwortung für ihr eigenes Handeln nach dem damaligen Wissenstand sehr wohl.
00:25:26: Das heißt, wenn ich... Damals irgendwas falsch gemacht habe, wenn ich es abgewertet habe.
00:25:32: Wenn ich nicht emotional stabil gewesen bin dann übernehme mich Verantwortung dafür.
00:25:36: Dann kann ich sagen ja Ich hab nach meinem besten Wissen und Gewissen gehandelt.
00:25:41: Das hat mein Kind verletzt!
00:25:43: Ich weiß das, ich kann das anerkennen, ich gebe es zu Für mich nicht gut damit Ich schäme mich dafür, ich entschuldige mich dafür.
00:25:51: Das ist das was sich unter Verantwortung verstehe.
00:25:54: Aber was nicht definitiv nicht zur älterlichen Verantwortung gehört, ist eben zum Beispiel die Gefühle des Kindes zu kontrollieren es zu beeinflussen.
00:26:03: ja wir können die Gefüle des kindes steuern mit unserem Verhalten aber wir haben dem Kind nicht zu sagen wie er sich zu fühlen hat.
00:26:12: Wir sollten natürlich auch nichts tun, was negative Gefühle erzeugt.
00:26:15: Wir sollten ihm keine Angst machen, wir sollten es nicht wütend machen und es nicht traurig machen.
00:26:20: Ja ja ja ich verstehe schon!
00:26:21: Wir können unser Kind nicht dauernd glücklich machen und das würde sich auch keinem Elternteil raten.
00:26:27: aber ist es ein Unterschied wenn wir einen kind unglücklich machen indem wir liebevolle Grenzen setzen in dem wir zum Beispiel sagen du bist vierzehn Jahre alt Du darfst nur bis zwanzig Uhr draußen sein dann machen wir das Kind vielleicht unglücklich weil's nicht um auf eine Party darf, aber wir schützen es gleichzeitig.
00:26:45: Das ist aber was anderes als wenn wir halt sagen du darfst deinen Lieblingsberuf nicht wählen das ist dann eben kein Schutz mehr dass es eben ein Eingriff.
00:26:56: Wir entscheiden nicht wie ein Kind fühlen möchte sondern und davon ganz abgesehen können wir gar nicht die Verantwortung für die Gefühle des Kindes übernehmen.
00:27:05: denn wofür wir nur Verantwortung übernehmen können ist das was wir tun Wie ein Kind oder einen Heranwachsener sich entscheidet, sich darüber zu fühlen.
00:27:14: Das ist dann wieder dessen Verantwortung weil es entsteht aus der eigenen Interpretation des Erlebens.
00:27:20: Deswegen passiert das so häufig, wenn wir Dinge tun, dass jemand das falsch interpretiert in dem Sinne, dass er das anders interpretiert als wir es gemeint haben.
00:27:30: und dann reagiert der andere eben auf diese Interpretation.
00:27:34: Und wir sind ganz überrascht weil wir haben's doch eigentlich nur gut gemeint und es war ja eigentlich gar nicht gemeint.
00:27:39: wieso ist denn der jetzt böse?
00:27:40: Und dann sind wir auf den anderen Bösen, weil er böse mit uns ist.
00:27:44: Dabei ist das ganz normal, dass jeder Mensch das was er sieht und erlebt nur interpretiert Und wenn man eben nicht adäquat spricht und wie man das halt häufig nicht tut, weil das alles im Alltag untergeht.
00:27:56: Und sich nicht erklären kann und nicht erklären können woher es kommt.
00:28:00: aber selbst wenn wir's erklären können gibt es noch keine Garantie dafür dass der andere überhaupt versteht oder verstehen muss und er darf ganz eigene Gefühle darüber haben über das was wir da getan haben.
00:28:11: also die Kinder sich fühlen ist deren Entscheidung und haben wir keine Kontrolle drüber.
00:28:17: Und wenn ich davon spreche, wir sollen nicht die Gefühle des Kindes steuern.
00:28:22: Dann meine ich damit Wir dürfen unterstützen, wir dürfen erklären, wir durften beruhigen, wir dürfen Grenzen setzen aber mehr auch nicht.
00:28:32: und was ich meine mit Kontrolle ausüben ist Immer dann, wenn wir etwas tun um unseren Willen zu bekommen was gegen das handelt.
00:28:42: Was das Beste für das Kind wäre und was es in dem Moment eigentlich braucht Wenn wir es verletzen wenn wir es dazu bringen Distanz zwischen uns zu erzeugen oder wenn wir ihm vorschreiben ob es sich überhaupt Gefühle erlauben darf.
00:28:57: Und natürlich ein großer Punkt ist auch, unsere elterliche Verantwortung ist nicht dem Kind seine Belastbarkeitsgrenze vorzugeben.
00:29:07: Zum Beispiel in dem wir sagen, deine Reaktion ist völlig überzogen.
00:29:10: Wir mögen vielleicht in der gleichen Situation anders reagieren oder wir mögen die Situation anders bewerten und können das Verhalten des Kindes nicht verstehen – ja, es ist okay dass wir das nicht verstehen aber wir haben dem Kind nicht zu sagen wie er sich zu fühlen hat.
00:29:26: Jedes Gefühl ist valide.
00:29:28: nochmal weil es aus der Interpretation des Kindens entstand.
00:29:31: Die Interpretations- und Gefühle sind die Verantwortung des Kinds es nicht sein, das zu steuern oder darauf Einfluss zu nehmen.
00:29:40: Und natürlich können wir auch die Bewältigungsstrategien des Kindes nicht beeinflussen oder sollten es nicht beeinflussen, wie er sich entscheidet damit umzugehen.
00:29:47: Ich rede nicht davon dass wenn das Kind eben nichts sein will bekommt weil wir aus Schutzbedürfnis ihm etwas verbieten und das Kind kriegt einen Top-Suchzanfall dann ist das eine Bewältigung Strategie die wir aber nicht akzeptieren müssen weil sie halt eben auch negativen Einfluss auf andere Menschen hat und den Verkehr aufhält oder die Leute verunsichert.
00:30:13: Da dürfen natürlich Grenzen gezogen werden, aber es ist eben ein Unterschied ob man dem Kind halt eben vermittelt so wie du damit umgehst zum Beispiel in der Unterhaltung aufspringen ins Zimmerrennen und die Türen knallen.
00:30:25: dann ist das eine nicht schädliche Bewältigungsstrategie wo wir nicht hinterher rennen müssen und unser kind belehren müssen wie es sich zu verhalten hat.
00:30:32: Das ist nicht unsere Verantwortung wie das Kind versucht damit umzugehen.
00:30:38: Wenn es jetzt also dazu kommt, dass wir nicht die Verantwortung übernehmen für die Dinge, für die wir uns Verantwortung übernemen sollten.
00:30:45: Wenn es dazu kommt das wir Dinge tun, für den wir uns vermeintlich verantwortlich fühlen, die aber nicht unsere Verantwortung sind löst das eben starke Gefühle im Kind aus, die dann irgendwann zu dieser Überforderung und diesem Schmerz führen womit es dann manchmal in Situationen zu solchen Kontaktabbrüchen kommt, die auch kurzfristig sein können ... Aber leider viel zu oft dann auch jahrelang andauern können.
00:31:09: Ich möchte an der Stelle jetzt noch mal darauf eingehen, dass ein Kontaktabbruch durch das Kind nicht bedeutet, dass wir Eltern schuldig sind!
00:31:18: Ich wiederhole – Wir haben unser bestes gegeben nach dem damaligen aktuellem Wissensstand und unseren persönlichen Möglichkeiten.
00:31:28: Wir mögen einen Fehler gemacht haben und es ist Teil der Elternschaft Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass unser Blick jetzt auf die Vergangenheit, auf das was gestern oder vor zwei Jahren oder vor zehn Jahren passiert ist ein verzerrter Rückblick.
00:31:42: Mit einem Wissen, das uns erst heute zur Verfügung steht oder mit einem ausgeglichenen emotionalen Haushalt der ja uns damals nicht zu verfügung stand.
00:31:52: Bitte bitte wenn du als Elternteil davon betroffen bist, dass das Kind den Kontakt zu dir abgebrochen hat macht ihr bewusst, dass du und davon gehe ich jetzt aus als Elternteil nie gegen das Kind gehandelt hast.
00:32:06: Du wolltest ihm nichts Böses, sondern du hast deine eigene Schutzstrategie angewendet, deiner eigenen Ängste vor Versagen und finanziell schwieriger Zukunft zum Beispiel des Kindes schützen wollen ist Valide.
00:32:23: Das verdient Respekt, das verdient Anerkennung auch wenn es am Ende eben für ein Ergebnis gesorgt hat mit dem dass Kind nicht so glücklich war.
00:32:32: Dein Verhalten oder deine Handlungen, die du möglicherweise heute rückblickend als problematisch erkennst ist aber keine Aussage darüber und lässt keine Bewertung zu ob du jetzt ein gutes Elternteil oder ein schlechtes Elternteil gewesen bist.
00:32:50: Es ist kein Beweis von Versagen auch falls du Fehler gemacht hast weil versagen bedeutet man hätte etwas besser gekonnt, hat aber bewusst nicht besser gehandelt.
00:33:04: Und natürlich gibt es Eltern die bewusst kontrollieren oder bewusst verletzen, aber ich gehe jetzt mal davon aus dass du nicht zu diesen Eltern gehörst denn sonst würdest du dir ja jetzt die Folge nicht anhören.
00:33:17: Solche Eltern sind sich eher keiner Schuld bewusst und sind nicht auf der Suche nach Antworten, so wie du es zu sein scheinst.
00:33:24: Dass du möglicherweise nicht ideal gehandelt hast dass du das vielleicht sogar Fehler nennen mögst lässt aber keine Aussage über deine eigene persönliche menschliche Würde zu.
00:33:36: Du magst Fehler gemacht haben, du magst unperfekt gearandelt haben Und das ist menschlich!
00:33:44: Eltern sein ist nicht perfekt, Eltern machen Fehler.
00:33:47: Eltern lernen und wachsen und treffen später andere Entscheidungen als sie das früher getan haben.
00:33:53: Du bist ein Mensch!
00:33:55: Du darfst zugeben dass du jemanden verletzt hast ohne dich dafür schuldig zu fühlen, dass du ein Mensch bist und Gefühle hast und Dinge nicht wusstest.
00:34:06: Und ich möchte dir auch zeigen, dass du vielleicht jetzt eine andere Identität nach dem Kontaktabbruch einnehmen darf.
00:34:15: wie vorher ein aktives Elternteil, das sein Kind geleitet hat und ihm beigebracht hat und es gestützt hat.
00:34:22: Und durch den Abbruch des Kontaktes bist du jetzt nur noch in Anführungsstrichen ein passives Elternteil.
00:34:29: aber Du hast immer noch die Identität Eltern wenn es dir wichtig ist.
00:34:34: man kann auch Passiv-Elternteils sein indem Du anbietest und vielleicht nicht mehr ganz so proaktiv bist wie vorher, wo du vielleicht möglicherweise ein bisschen zu viel Kontrolle ausgeübt hast oder dich ein bisschen Zuviel eingemischt hast.
00:34:49: Oder ein bisschen Zuviel Meinung geäußert hast.
00:34:52: Dann kann man jetzt etwas passiver werden wenn der Kontakt möglicherweise irgendwann wieder hergestellt wird zwischen dir und dein Kind.
00:35:00: Du kannst wieder einen Schritt zurücktreten Und kannst dich entscheiden zu akzeptieren dass dein kind eigenständig ist.
00:35:07: ein eigenständiger mit eigenständiger Persönlichkeit, mit eigenständigen Wünschen und Hoffnungen.
00:35:14: Und du eigentlich nicht weißt was wirklich das Beste dafür dein Kind ist!
00:35:19: Es sei denn dein Kind ist noch unter achtzehn, also sechzehn-achzehn sowas in dem Dreh.
00:35:24: Natürlich musst du da noch ein bisschen Kontrolle darüber haben aber selbst ab achtzehnt hast du gesetzlich keine Hand habe mehr deinem Kind zu sagen was es zu tun und zu lassen hat.
00:35:34: deine Meinung teilen, deine Ängste teilen Vorschläge machen ja Aber vor allem nach einem Kontaktabbruch würde ich doch eher dazu raten mehr so in den passiven Bereich zu gehen wo man sich anbietet.
00:35:46: Hey!
00:35:46: Ich bin dafür dich du darüber sprechen möchtest, wenn du meine Lebenserfahrung einmal hören möchtes.
00:35:52: Wenn du einen Vorschlag hörst, wenn ich dich begleiten darf bitte melde dich bei
00:35:57: mir.".
00:35:57: Das ist der passive Anteil am Elternsein.
00:36:00: Noch mal Älternschaft bedeutet es eine Bezeichnung für eine Beziehung!
00:36:05: Es ist keine Leistungsbewertung.
00:36:09: dein Wert als Mensch entsteht nicht aus Perfektion, ein perfektionistisches, ein perfekter Elternteil zu sein.
00:36:19: Dein Wert als Mensch entsteht aus Bindung und aus deinem Verhalten wie du dich moralisch oder emotional anderen Menschen gegenüber verhältst.
00:36:30: Der Kontaktabbruch der spiegelt eigentlich viel mehr die innere Welt deines Kindes gerade wieder Ja, als dein Wert und ob du was falsch gemacht hast oder nicht.
00:36:46: Das bietet dir jetzt die Gelegenheit für eine innere Neuorientierung indem du eben deine Elternrolle neu definierst vom aktiven mehr zum passiven Teil.
00:36:58: also mehr als stille Präsenz mehr als verlässliches Angebot Bezugsperson, also dass deine Elternrolle jetzt zukünftig mehr leiser ist aber nicht ganz verschwunden ist.
00:37:11: Ihr möcht jetzt vielleicht eine Pause haben Aber wenn ihr euch wieder annähert dann bist du immer noch Elternteil Vielleicht leiser aber immer noch elternteils.
00:37:20: Ich möchte dich einladen, vielleicht das als Gelegenheit zu nehmen.
00:37:24: Als Abnabelungsprozess deines Kindes, der früher oder später sowieso gekommen wäre mit Auszug deines kindes und das als Einladung zu verstehen.
00:37:34: Vielleicht jetzt dein Wert, deinen persönlichen Wert unabhängig von Deiner Elternschaft zu machen sondern langsam wieder dorthin zurückzukommen welche Werte du hattest oder haben wollt bevor du Kinder hattest, dass du auch dein Wert entwickelst unabhängig von dem Kontakt zu deinem Kind oder überhaupt irgendwelchen Kontakten.
00:38:00: Dass du deinen Fokus mehr auf dein eigenes Leben zurückholst.
00:38:05: Vielleicht ist das jetzt eine Gelegenheit darauf zu gucken wie du dich mit dem Kontaktabbruch fühlst und den Erkenntnissen zu beschäftigen wieso es zu diesem Kontaktabbrauch gekommen ist was du möglicherweise für einen Anteil daran hast An deiner eigenen Persönlichkeitsentwicklung, vielleicht auch an deine eigenen mentalen Entwicklungen.
00:38:24: An deine eigenen Karriere zu arbeiten und den Fokus wieder auf dich und dein eigenes Leben zurückzuholen statt wie es bisher gewesen ist als Elternteil sehr auf deinen Kind.
00:38:36: Und ich möchte einladen zu möglicherweise dann Verständnis von Beziehungen anders zu interpretieren.
00:38:43: Ich rede zwar auch davon Beziehung zu Freunden oder Beziehungs- Partner oder der Partnerin, aber gerade die Beziehung zu deinem Kind ist eher ein Angebot.
00:38:55: Ich weiß Eltern schafft und Kind sein das es eine sehr enge Beziehungen Aber im Grunde is jede beziehung nur ein Angebott.
00:39:03: Hey ich bin hier!
00:39:04: Ich hätte Interesse daran Zeit mit dir zu verbringen dich kennenzulernen dich zu verstehen.
00:39:10: Und hey wenn du da auch Bock drauf hast mich kennenzulehren und mich zu verstehen und mit mir zeit so verbringen Dann haben wir hier einen Match.
00:39:18: Beziehung kann nicht erzwungen werden.
00:39:21: Deswegen kannst du jetzt auch nicht deinem Kind in Anführungsstrichen hinterherrennen und es zwingen, den Kontaktabbruch abzubrechen und wieder Kontakt mit dir aufzunehmen.
00:39:33: Du bietest etwas an!
00:39:35: Du bietet Erkenntnis an, du bietst Einsicht an... du bietet Fehler-Einsicht an,... du bittest vielleicht sogar eine Entschuldigung aber du bätest dich nur an.
00:39:44: Und ob dein Kind am Ende dann zugreift und wieder den Kontakt zu dir aufnimmt oder was es damit macht, leider haben wir da keinen Einfluss drauf.
00:39:54: Und müssen diese Entscheidung dem Kind überlassen.
00:39:57: Daher an dieser Stelle ein paar Handlungsempfehlungen wie du mit dem Kontaktabbruch jetzt umgehen darfst wenn du das möchtest.
00:40:05: also zum einen wie gesagt biete die Beziehung zu dir an ohne Druck aufzubauen.
00:40:11: Kein kaltes Schweigen von dir, kein Ignorieren, sondern eher so eine einmalige klare Botschaft.
00:40:20: Hey!
00:40:21: Ich bin erreichbar für dich.
00:40:24: Kein wiederholtes Nachfragen, kein Drängen, kein Bombadieren mit Nachrichten, keine Vorwürfe, keine Anklagen, keine starken Emotionen und keine geäußerten Erwartungen neutraler Ton und Respekt vor den Grenzen deines Kindes.
00:40:40: Dein Kind hat gerade eine Grenze gezogen mit diesem Kontaktabbruch, ich habe dir erklärt wo das möglicherweise herkommt, ich hab dir erklärt welche Gefühle möglicherweise dafür gesorgt haben.
00:40:51: Das Kind hat eine Grenz gezogen weil alle Grenzen die es vorher versucht hat zu ziehen nicht gefruchtet haben.
00:40:59: Und da geht es nicht darum, dass du die Schuldig fühlen musst weil du dieses Grenze ziehen vielleicht nicht wahrgenommen hast oder nicht verstanden hast was damit gemeint war.
00:41:07: Völlig neutral geäußert das Kind hat vorher versucht Grenzen zu ziehen.
00:41:11: sie waren nicht erfolgreich.
00:41:13: Kontaktabbruch ist so das letzte Mittel sich selbst zu schützen und dann ist es nicht hilfreich wenn wir diese Grenze auch noch überschreiten.
00:41:24: Damit treiben wir nämlich unser Kind nur noch weiter von uns weg und verherben die Seiten nur noch mehr.
00:41:32: Und die Wahrscheinlichkeit, dass ihr euch irgendwann wieder annähert wird immer kleiner und geringer.
00:41:37: Neben dem Beziehungsangebot fokussiere dich auch auf die Stabilisierung von dir selbst!
00:41:43: im Alltag.
00:41:44: Das Familiensystem stabilisieren, auf deine eigenen Routinen und Wünsche und Pläne zu fokussieren, deine emotionale Selbstregulationen und deine Reflexion darauf fokassieren – auch kümmer dich um dich!
00:42:01: Sorge dich um Dich!
00:42:02: Finde Unterstützung für die Situation durch die Du jetzt
00:42:06: durchgehst.".
00:42:08: Das ist sehr emotional.
00:42:09: Man wird mit inneren Prozessen konfrontiert, die nicht angenehm sind.
00:42:14: Auch das Stabilisieren von sich selbst und der Familie ist anstrengend, es schwierig, es herausfordernd.
00:42:21: Rede mit Freunden, finde einen Coach, Gain Therapie Besuche Selbsthilfegruppen.
00:42:27: Es gibt Selbsthilfegruppen für Eltern, die von ihren Kindern verlassen wurden.
00:42:31: Das kann wirklich sehr hilfreich sein.
00:42:35: Was ich sagen möchte Teile deinen Schmerz und die Gefühle von Belastung, die du vielleicht möglicherweise jetzt hast.
00:42:43: Teile das!
00:42:45: Und isolier dich nicht.
00:42:46: Und ganz am Schluss möchte ich noch mal ganz offen und realistisch über die Zukunft sprechen, die Du möglicherweise mit deinem Kind haben könntest.
00:42:58: Es gibt mehrere Perspektiven, die jetzt möglich sind.
00:43:01: Auch abhängig davon wie deine Reaktion jetzt ist ob du dich entschuldigst, ob du die Grenzen respektierst oder ob du kalt wirst und dich verteidigst und dem Kind die Schuld gibst oder Vorwürfe machst und noch mehr Druck aufbaust.
00:43:16: Eine realistische Zukunftsperspektive ist Öffnung.
00:43:20: es könnte später wieder zu einer Kontaktaufnahme kommen wenn dein Kinn nicht mehr so stark den Druck nach Eigenschutz verspürt.
00:43:31: Aber der Zeitraum, wann das passieren könnte ist natürlich unklar, den kann ich dir nicht sagen weil er sehr stark abhängig davon ist wie euer Kontakt bisher war, wie Euer Kontakt nach dem Kontaktabbruch jetzt ist Ob du Druck aufbaust, wie das Familiengefüge allgemein ist.
00:43:49: Ob das Kind irgendwo Unterstützung hat.
00:43:53: Es gibt so viele Aspekte.
00:43:54: Es ist unmöglich für mich eine generelle Aussage darüber zu treffen ob und wenn ja wann oder wie schnell der Kontakt sich wieder ergibt.
00:44:03: aber grundsätzlich ich wiederholen mich noch einmal es ist natürlich hilfreich wenn wir als Elternteil nicht nachrennen und schon gar nicht nachtreten, wenn wir ein Angebot machen.
00:44:15: Vielleicht sogar eine Entschuldigung sagen, Einsicht reflektieren und dann abwarten.
00:44:20: Was anderes wird nicht übrig bleiben aber damit ist die Chance auf Öffnung und Rückkehr viel größer.
00:44:27: Dann könnte es natürlich sein dass der bisherige Kontakt wie er nach dem Kontaktabbruch ist natürlich stabil bleibt und das die Elternrolle als Angebot zur Verfügung steht, aber das Kind jetzt nicht unbedingt Gebrauch davon macht so dass wir als Eltern nur noch stille Präsenz sind und eben in einer Verbindung stehen ohne wirklich Erwartungen einen Kontakt zu haben.
00:44:53: Dann gibt es natürlich auch dann die dauerhafte Distanz noch wo das Kind durch die Aufrechterhaltung dieses Kontaktabbruchs die eigene Stabilität durch Distanz sicherstellt.
00:45:07: also wie gesagt Es ist dann in dem Fall ein Selbstschutz.
00:45:11: Das möchte ich noch mal so klar betonen, weil viele Eltern denken es wäre eine Bestrafung?
00:45:16: Nein, Kontaktabbruch ist keine Strafe!
00:45:19: Kontaktabruch ist Selbstschurz des Kindes.
00:45:22: Und natürlich ist eine Zukunftsperspektive, dass wir selbst unsere eigene Zukunft stabil wird.
00:45:27: Dass wir unsere Identität weg von Elternrolle vielleicht woanders hin neu ausrichten.
00:45:33: Unser Belastungsschmerz den wir jetzt gerade spüren der wird weniger und natürlich kann unsere eigene zukunft stabiler werden indem wir unsere identität neu ausrichten weg von der elternrolle mehr hin.
00:45:46: wer bin ich jetzt als passives Elternteil?
00:45:50: und unser Schmerz, den wir momentan spüren wird natürlich weniger.
00:45:54: Und wenn wir uns selbst reflektieren und wenn wir freundlich mit den gemachten vermeintlichen Fehlern umgehen, können wir auch in die Akzeptanz der Situation gehen.
00:46:05: Dass es ist wie es ist, dass es eine Konsequenz ist von dem was vorher in der Familiendynamik passiert ist und das wir respektieren, dass das Kind sich abgrenzt – das kann halt eben Frieden schenken!
00:46:17: Ein Kontaktabbruch, will ich sagen ist nicht das Entgültige aus eurer Beziehung.
00:46:23: Es ist nur eine Pause zum Inhalten, zum Beruhigen vor allem, zum Durchatmen aber vor allem zum Reflektieren für dich und für dein Kind – für euch beide!
00:46:37: So ein Kontaktabbruch, so eine Pause ist ein Moment in dem ihr beide eure eigene Verantwortung wieder in die Hand nehmen könnt.
00:46:47: Und ich bin zuversichtlich dass ihr beide mit Geduld und Behutsamkeit von Seiten der Eltern wieder zusammenfinden könnt weil es gibt einen sehr wirkungsvollen Hebel!
00:47:03: Und deine persönliche Bereitschaft, dein Kind verstehen zu wollen und in deiner eigenen Anteile hineinschauen zu wollen.
00:47:10: Das willst du denn sonst hättest du nicht auf diese Folge geklickt und hetzt auch nicht bis hierhin zugehört!
00:47:18: Dafür danke ich dir.
00:47:23: Weil die heutige Folge jetzt so lang gewesen ist werde Hypnose oder Entspannungsreise anbieten.
00:47:31: Aber ich bedanke mich ganz herzlich an dieser Stelle fürs Zuhören und dabei sein, und sage bis zum nächsten Mal!
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